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Das Finanzamt aus der geschichtsträchtigen Abteistadt Prüm in der Eifel stellt sich und seine Stadt vor:

Im Jahr 721 gründete Bertrada von Mürlenbach, eine fränkische Edle, ein Kloster mit Mönchen aus der Abtei Echternach, die nach den Regeln des irischen Heiligen Columban lebten. Das Kloster Prüm war die erste Klostergründung des 8. Jahrhunderts auf dem Weg der Rückgewinnung des Rheinlandes für das Christentum, die nach dem Abzug der Römer in Irland ihren Anfang nahm und im 8. Jahrhundert den Rhein erreichte. Die Klostergründung blieb jedoch ohne Erfolg. Die Mönche verließen das Kloster schon in den nächsten Jahren wieder. Über Ursachen und Gründe gibt es keine aussagefähigen Überlieferungen. 752 erneuerte König Pippin die Klostergründung in Prüm mit Mönchen aus St. Faron bei Paris, die der Regel des heiligen Benedikt folgten. Zugleich beschenkte er das Kloster mit einem Teil der Sandalen Christi. Das Kloster wurde zum Hauskloster der Karolinger. 799 soll Papst Leo III. in Anwesenheit von Kaiser Karl dem Großen die Klosterkirche , die wegen ihrer Kostbarkeiten die “Goldene“ genannt wurde, geweiht haben. Seit dem 29. September 855 birgt Prüm ein Kaisergrab in seinen Mauern und zwar das Grab des Karolingers Lothar I., (ein Enkel Karls des Großen), der kurz vor seinem Tod als einfacher Mönch in das Kloster eingetreten war.

 

Im 9. Jahrhundert erlebte das Kloster einen großen Aufschwung auf allen Gebieten, und so war es nicht verwunderlich, daß die Normannen auf ihren Zügen durch Westdeutschland auch zweimal Prüm heimsuchten. Nach den Zerstörungen 882 und 892 übernahm dann Regino, ein Mönch, der aus dem Prümer Besitz Altrip bei Ludwigshafen stammte, die Leitung des Klosters, und schon bald stand es in neuem Glanz da. Abt Regino schickte mehrere Kommissionen aus, um ein Inventar der Besitzungen und der daraus rührenden Rechte und Einkünfte zu erstellen. Die Besitzungen erstreckten sich im Norden bis Arnheim und Voorst in den niederen Landen, südöstlich bis Altrip und Neckarau am Mittelrhein und westlich bis Revin und Fepin an der Maas. Die Findungen dieser Kommissionen wurden von Abt Regino zusammengestellt und bilden den Text des berühmten Prümer Urbars von 893. Die Fassung dieses klösterlichen Güterverzeichnisses beinhaltete auch die Höhe der jährlichen Abgaben und die Art der Dienste, die die 118 Besitzungen jährlich an das Kloster in Prüm erbringen mußten.

 

1016 gründete Abt Urold ein Chorherrenstift. Das Stift hatte besondere Bedeutung für Prüm, da Kaiser Heinrich II. ihm das Marktrecht verlieh. Mit dem Marktrecht, seinerzeit das alleinige Recht des Kaisers, wuchs die wirtschaftliche Bedeutung Prüms in der Region erheblich.

 

Unter Kaiser Friedrich II. wurde das Prümer Land 1220 selbständiges Fürstentum.

 

Zur gleichen Zeit begann der Kampf der Abtei um ihre Selbständigkeit mit dem Kurfürstentum Trier, der 1576 mit der Einverleibung des Fürstentums Prüm in das Kurfürstentum Trier endete. Die Trierer Kurfürsten kümmerten sich allerdings nicht all zu sehr um ihre Neuerwerbung in der Eifel. Erst Franz Georg von Schönborn schuf hier in Prüm, ganz im Stil der Fürsten des 18. Jahrhunderts , neben Trier und Koblenz eine dritte Residenz. Der fränkische Barockbaumeister Balthasar Neumann erbaute unter der Leitung von Johannes Seitz das Abteigebäude in den 40er Jahren, nachdem 1721 die neue Klosterkirche durch den Trierer Hofbaumeister Georg Judas geschaffen worden war. 1765 stellte man jedoch das Bauen ein, weil der Kurfürst von Walderdorf seine Residenz von Trier nach Koblenz verlegte und er kein Interesse mehr an dem Ausbau der Residenz in Prüm hatte. Der Nordwestteil der Abtei blieb bis 1908 als Bauruine stehen.

 

1794 rückten französische Revolutionstruppen in Prüm ein. Der Frieden von Luneville brachte die endgültige Abtrennung des linksrheinischen Landes an Frankreich. Das Rheinland wurde ein Teil des großen Flächenstaates Frankreich und wie dieser in Departements eingeteilt. Das Prümer Land kam zum Departement Saar und zum Wälderdepartement. Eines der vier Arrondissements des Saardepartements war das Arrondissement Prüm. Es sollte 20 Jahre lang Bestand haben. Der Kurfürst mußte das Land verlassen, das Fürstentum Prüm hörte auf zu bestehen. 1802 löste ein Napoleonisches Edikt alle Klöster auf. Die Abtei Prüm, die Frauenabtei Niederprüm und das Chorherrenstift wurden säkularisiert. Im Prümer Kloster befindet sich heute das Regino-Gymnasium, in Niederprüm ein Progymnasium.

 

Im Zuge der Neuordnung Europas und des Wiener Kongresses wurde Prüm 1816 preußische Kreisstadt und durfte sich 1856 nach Annahme der preußischen Städteordnung auch offiziell “Stadt“ nennen. Prüm blieb bis zur Verwaltungsreform im Jahr 1970 Kreisstadt. Es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung durch die Ansiedlung von verschiedenen Industriezweigen. Hier ist vor allem die Tuch- und Lederherstellung zu nennen, so wie in den Nachbargemeinden der Bergbau (Eisenerz- und Bleiabbau).

 

1870 wurde die Westeifel an das Netz der Eisenbahn angeschlossen, wie der Streckenverlauf zeigte, wohl aber nur aus militärischen Gründen. Unter der Regentschaft des letzten Hohenzollern, unter Kaiser Wilhelm II, wurde das Bauwerk der Abtei vollendet und 1912 unter seiner Anwesenheit eingeweiht.

 

In dieser Epoche wird auch das Finanzamt Prüm erstmals ausdrücklich erwähnt. 1920 soll mit der Auflösung des Staatssteueramtes Gerolstein, welches für die Landkreise Bitburg, Daun und Prüm zuständig war, das Finanzamt in Prüm gegründet worden sein. Es wurde im historischen Zeughaus untergebracht, in unmittelbarer Nähe des heutigen Abteigebäudes. In den nächsten Jahren erfolgten mehrere Umzüge innerhalb des Ortes, bis 1940 der Einzug ins damalige Zollhaus (Baujahr 1938) im Kreuzerweg erfolgte, in dem sich das Finanzamt heute noch befindet.

 

 

Prüm lag lange im Endfeuer des 2. Weltkrieges und wechselte mehrmals zwischen deutschen und amerikanischen Truppen den Besitzer. Als am 01.März 1945 endgültig die amerikanischen Truppen einrückten, war Prüm zu 80% zerstört, die Bevölkerung längst evakuiert bzw. geflüchtet. Nur wenige hatten es in den Kellern der Trümmer ausgehalten.

 

Auch das damalige Finanzamtsdienstgebäude war teilweise zerstört. Die Bediensteten waren bereits am 15.09.1944 nach Altenkirchen/Westerwald evakuiert worden, von wo aus sie ihre Dienstgeschäfte noch eine Zeit lang ausübten. Im Juni 1945 wurde der Dienstbetrieb bereits wieder in Prüm, in dem noch zerstörten Gebäude im Kreuzerweg aufgenommen. Bis 1948 teilte man sich dieses Gebäude mit anderen Verwaltungen. Der Kreuzerweg 2 beherbergte neben dem Finanzamt das Postamt, das Arbeitsamt, das Wirtschaftsamt und die Regierungshauptkasse. 1948 mußten die Verwaltungen das “Zollhaus“ verlassen, damit hier das Bischöfliche Konvikt untergebracht werden konnte. Die Gebäude des Konvikts waren durch Kriegseinwirkungen vollständig zerstört und noch nicht wieder aufgebaut. Es drohte daher die Gefahr, daß die Stadt Prüm das Bischöfliche Konvikt verlieren würde, als neuer Standort war Gerolstein bereits vorgeschlagen. Das Finanzamt wurde im ehemaligen “Cafe Simon“ untergebracht, dessen Räumlichkeiten für zwei Jahre kurzerhand angemietet wurden.

 

Am 14. Juli 1949 wurde die Stadt Prüm, die sich von dem Kriegsgeschehen noch nicht wieder erholt hatte, erneut von einer Katastrophe heimgesucht. Aus bis heute nicht geklärten Umständen explodierte, ausgelöst durch einen Brand, ein Munitionsbunker am Kalvarienberg bei Prüm , in dem sämtliche Munitionsfunde (ca. 500 t) der Umgebung nach dem Krieg gelagert wurden. Bilanz dieser Katastrophe: 12 Tote, 60 Verletzte, 76 total zerstörte Häuser, 161 beschädigte Häuser, und 965 Obdachlose in Prüm. 250.000 m³ Schuttmassen wurden in die Luft geschleudert. Der Explosionskrater hatte die Ausmaße von 190m Länge, 90m Breite und 26m Tiefe im Mittel. Er ist heute noch gut zu erkennen, obwohl er teilweise bewachsen ist.

 

Recht zögerlich ging der erneute Aufbau vonstatten. 1950 erst konnte die Abteikirche, deren Mittelschiff am Heilig Abend 1945, eine Stunde vor Beginn der Mitternachtsmesse, komplett eingestürzt war, wieder benutzt werden. Der Papst verlieh der Kirche den Titel einer “Basilica minor“. Die Abteigebäude konnten 1953 wieder bezogen werden. Das barocke Bauwerk nahm das Amtsgericht, das Katasteramt und das Regino-Gymnasium in seinen Räumen auf.

 

Die Vollendung des Bauwerks zog sich bis 1961 hin. Seine heutige Gestalt, einschließlich der künstlerischen malerischen Gestaltung erhielt die Abtei 1975. Damit stand zum erstenmal das Klostergebäude so, wie es seine Architekten und Bauherrn im 18. Jahrhundert gedacht hatten.

Im Sommer 1950 wurde zwischen dem Kreis Prüm und der Finanzverwaltung der Mietvertrag zur Unterbringung des Finanzamtes in der Liegenschaft im Fuhrweg 25 geschlossen. Dort sollten die Angehörigen der Finanzverwaltung die nächsten 17 Jahre ihren Dienst verrichten. Das Finanzamt fand 1967 seine neue alte Heimat wieder im Kreuzerweg 2, im Zollhaus, das die Bundesfinanzverwaltung 1969 für 477.500 DM kaufte.

 

Die Verwaltungsreform des Jahres 1971 brachte für das Prümer Land das Ende einer Epoche, die mit der Einrichtung der französischen Verwaltung im Jahr 1802 begonnen hatte. Der Kreis Prüm wurde aufgelöst und mit dem Kreis Bitburg zum Kreis Bitburg-Prüm vereinigt. Sitz des Landrates war nunmehr Bitburg. Prüm wurde Zentrum einer Verbandsgemeinde, der heute 43 Ortsgemeinden mit einer Wohnbevölkerung von 23.885 Menschen auf 46.461 ha angehören. Die Stadt Prüm selbst zählt knapp 6.000 Bewohner.

In der Region siedelten sich einige holz- und metallverarbeitende Betriebe an, darunter ein Fertighaushersteller und ein europaweit bekannter Motorsägenhersteller. Zusammen mit der Milchunion Hocheifel sind diese beiden Wirtschaftszweige zusammen mit denen ihnen angeschlossenen Unternehmen und Zulieferern für Prüm und die ganze Region hinsichtlich der Arbeitsmarktsituation enorm wichtig. Sie stellen den größten Teil der hiesigen Arbeitsplätze. Das Gepräge gibt diesem Landstrich jedoch die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. Der naturverbundene Urlauber findet hier eine seltene landschaftliche Schönheit mit besonderer Fauna und Flora, aber auch großartige Fundstellen geologischer Raritäten. Weite Gebiete der Verbandsgemeinde Prüm sind in den Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn - Eifel einbezogen.

 

Seit der Verwaltungsreform war das Finanzamt Prüm zuständig für die Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld. Beide Verbandsgemeinden werden heute auf einer Fläche von 73.006 ha in 86 Ortsgemeinden von ca. 34.523 Einwohnern bevölkert. Die ca. 10.000 Einkommensteuerpflichtigen (davon rd. 4.900 Arbeitnehmer-Fälle) wurden von 32 Bediensteten des Finanzamts Prüm betreut. Mit einem Steueraufkommen von 53.154.000 DM im Jahr 2001 belegte das Finanzamt Prüm Platz 37 in der Tabelle der rheinland-pfälzischen Finanzämter.

Am 04.05.1998 übernahm Herr Regierungsdirektor Natus die Amtsleitung in Prüm. Zum damaligen Zeitpunkt nahm er bereits die Aufgaben des Amtsvorstehers in Bitburg wahr .

 

Damit war das sogenannte “Mitbetreuungsmodell “ in der rheinland-pfälzischen Finanzverwaltung für das Finanzamt Prüm eingeführt.

 

Am 01.01.2003 folgte dann die Fusion der Finanzämter Bitburg und Prüm zum Finanzamt Bitburg-Prüm. Grund für die Fusion war die Strukturreform der rheinland-pfälzischen Finanzämter. Seit dem 01.01.2003 gibt es statt 37 Finanzämtern nur noch 26. Anliegen der Finanzämterreform war es, im selben Umfang wie bisher für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein, zugleich aber die Strukturen auf intelligente Weise den Entwicklungen anzupassen. Damit wird die rheinland-pfälzische Finanzverwaltung noch leistungsfähiger und flexibler. Für die Bürgerinnen und Bürger ändert sich wenig. Da beide Standorte beibehalten werden, können sie weiter in ihrem angestammten Finanzamt ihre Steuererklärung abgeben, Formulare abholen oder sich einfach nur informieren.

 

Verschiedene Zuständigkeiten wurden auf Grund von Zentralisierungsmaßnahmen an die größeren Nachbarämter abgegeben, zuletzt die Grunderwerbsteuerfestsetzung an das Finanzamt Trier.

 

Der Steuerbürger findet in Prüm trotz zahlreicher Stelleneinsparungen und einer daraus resultierenden dünnen Personaldecke eine engagierte und motivierte Belegschaft vor. Vielfach wird von den Besuchern die angenehme Atmosphäre in Fluren und Bürozimmer erwähnt. Gleich nach dem Betreten des Gebäudes fällt dem Steuerpflichtigen die helle freundliche Innengestaltung des Hauses ins Auge. Gleich neben dem Eingang befindet sich die zentrale Annahme- und Informationsstelle, in der ebenso Bürgernahe und Kundenfreundlichkeit gezeigt wird, wie mit der Beratungsstelle für Existenzgründer.

Das Finanzamt Prüm

Erst Fuhrweg (heute Ärztehaus), dann Kreuzerweg (früher Zollamt) und seit dem 19.03.2015 Teichstraße (früher Katasteramt) - so die Prümer Etappen des Finanzamts seit den 60er Jahren.

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